Nach Angaben der FAO (Food and Agriculture Organization der Vereinten Nationen) im Weltfischereibericht 2011 liegt der stagnierende Weltfischfang bei ca. 90 Mio. Tonnen bei steigender Nachfrage nach Fisch und Krebstieren. Die gesamte Weltfischproduktion betrug 2008 ca. 140 Mio. Tonnen, wobei die Differenz von 50 Mio. Tonnen aus der sich immer mehr ausbreitenden Aquakultur, also den sog. Fischfarmen, kommt. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch hat sich dabei in den letzten 50 Jahren auf ca. 16 kg pro Kopf und Jahr verdoppelt.

 

Nur 15 Prozent der weltweiten Fischbestände gelten nach Angabe der FAO als ungefährdet, ein Drittel der Fischbestände ist bereits derart überfischt, so dass die Bestände zusammengebrochen sind und die restlichen 50 Prozent werden - wie es so schön heißt - bis an ihr Maximum genutzt. Die europäischen Gewässer gelten dabei als die überfischtesten Gewässer überhaupt.

 

Auf einer mehrtägigen Tagung vom 11. bis 13.April 2011 unter Leitung des Internationalen Programms zur Lage der Ozeane (Ipso) und der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) wurde letztendlich festgestellt, dass bei der Beurteilung des Ökosystems der Ozeane sämtliche bisherigen Worst-Case-Szenarien bei Weitem übetroffen wurden. Neben der Verschmutzung der Meere und dem Klimawandel ist es die Überfischung, die tote Meeresregionen schafft, entweder durch tatsächliche Überfischung der Bestände oder auch durch extensive Fischerei mit Grundschleppnetzen, um am Boden lebende Fische wie Schollen, Seezungen und Garnelen zu fischen - zerstörte Meereswüsten sind das Ergebnis.

 

Der extensive Fischfang hat zudem erheblichen Einfluss auf den Bestand anderer Arten, die durch sog. Beifang beeinträchtigt werden, wie etwa Haie, Rochen, Robben, Schwertfische, Wale, Jungfische oder Delphine aber auch Tiere wie das Seepferdchen. So sterben jährlich über 300.000 Wale, Delphine und Tümmler jedes Jahr nutzlos als Beifang in den Netzen und an den HHaken der Leinen. Der WWF schätzt, dass jährlich ebenfalls 300.000 Vögel, wie Albatrosse, Sturmvögel, Sturmtaucher aber auch Punguine ertrinken, weil sie nach Ködern tauchen.

 

Die größte Fischfangnation ist China mit ca. 15 Mio. Tonnen Wildfang und ca. 30 Mio. Tonnen Fischproduktion aus Aquakultur, gefolgt von Peru mit ca. 7 Mio. Tonnen Wildfang und Japan, Indien und die USA mit Mengen um die 4 Mio. Tonnen Wildfang. In Europa liegt Norwegen mit über 2 Mio. Tonnen Wildfang und einer weiteren Mio. Tonne Fisch aus Aquakultur an der Spitze. In Deutschland liegt der Ertrag etwas unter der Menge von 1 Mio. Tonnen.  weiter